Therapie

Ziel der Behandlung einer Endometriose ist die Verbesserung der Lebensqualität durch eine deutliche Verminderung der Schmerzen, die Beseitigung von Funktionsstörungen betroffener Organe und die erfolgreiche Behandlung der Unfruchtbarkeit.

Man unterscheidet dabei zwischen einer symptomatische Behandlung (Schmerzbehandlung), der operativen und medikamentösen Therapie sowie der Anwendung komplementärer Therapieformen.

Symptomatische Behandlung:

Zur Behandlung der Schmerzen werden Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac, Naproxen oder Indometacin angewendet. Hierbei ist es durchaus sinnvoll, die Einstellung der Schmerzmedikation bei den häufig chronisch erkranken Patienten in Zusammenarbeit mit einem Schmerztherapeuten durchzuführen.

Operative Therapie:

Das Ziel der operativen Therapie ist es, möglichst alle Endometrioseherde durch Ausschneiden zu entfernen oder sicher mit Hitze zu zerstören und die anatomischen Verhältnisse möglichst wiederherzustellen. Schokoladenzysten in den Eierstöcken sollten, unter Erhalt der Eierstöcke, ausgeschält werden. Zusätzlich können hierbei eventuell vorhandene Verwachsungen gelöst und bei Kinderwunsch die Durchgängigkeit der Eileiter geprüft werden. Der Eingriff kann per Bauchspiegelung oder - besonders bei ausgedehnten Befunden - per Bauchschnitt durchgeführt werden. Gerade bei oberflächlichen Endometrioseherden, stellt die laparoskopisch chirurgische Therapie eine gut wirksame Behandlungsform dar.

Hinsichtlich der Auswirkungen der operativen Therapie einer Endometriose auf die Erfüllung eines Kinderwunsches besteht unter Experten keine einheitliche Meinung. Für die laparoskopische Sanierung der peritonealen Endometriose scheint ein kleiner Benefit zu bestehen. Den größten Nutzen im Hinblick auf die Schwangerschaftsentstehungsrate scheint die Entfernung von Endometriomen der Eierstöcke zu haben. 

Medikamentöse Therapie:

Operative Maßnahmen zur Sicherung der Verdachtsdiagnose, insbesondere bei Kinderwunsch und bei Verdacht auf Endometriom, sind der Therapieschritt der ersten Wahl. Medikamentöse Behandlungsstrategien können zusätzlich, alternativ aber auch als Langzeitkonzept sinnvoll sein, um Beschwerden zu lindern bzw. ein Wiederauftreten der Erkrankung zu vermeiden. Dabei ist grundsätzlich eine symptomatische Behandlung des Schmerzes (s. oben) von einer Therapie zu unterscheiden, die direkt oder indirekt auf die Endometriose einwirkt. Eine Einwirkung auf die Endometriose kann hormonell durch einphasige Östrogen-Gestagen-Kombinationspräparate („Pille“), reine Gestagene sowie GnRH-Analoga erreicht werden. Östrogen-Gestagen-Kombinationen führen bei kontinuierlicher Einnahme ohne Pause („Langzyklus“) zu einer Rückbildung der Gebärmutterschleimhaut und einer deutlichen Schmerzminderung bei Endometriose. 

Komplementäre Behandlung:

Verschiedene komplementäre Behandlungsansätze können die operative und medikamentöse Therapie effektiv unterstützen. Im Rahmen der Ordnungstherapie kann mehr körperliche Bewegung ebenso hilfreich sein, wie das Erlernen von Entspannungsverfahren und Meditationstechniken. Bewegungstherapie, Massage, Moorbäder und auch Yoga gelten als gute Maßnahmen einer symptomatischen Behandlung der schmerzhaften Regelblutung.

Eine Ernährungsumstellung kann ebenfalls helfen, das Leiden zu lindern. Dabei wird dem Verzicht auf Milch, Milchprodukte und Weizen ebenso eine positive Wirkung zugesprochen, wie dem vermehrten Verzehr von frischem Obst und Gemüse, kaltgepressten Ölen (Nachtkerzenöl, Leinöl oder Olivenöl) und fettem Seefisch (Omega-3-Fettsäuren). Vorhandenes Übergewicht sollte reduziert und der Konsum von Tabakwaren aufgegeben werden.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten bieten die Homöopathie, die Physikalische Therapie, Enzym- und Phytotherapie, die Akupunktur, die mikrobiologische Therapie, die Neuraltherapie und die Traditionelle chinesische Medizin (TCM).