Endometriose

Die Endometriose ist eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen, bei der sich Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter im Bauchraum ansiedelt.

  • Sie ist gutartig, verläuft jedoch oft chronisch.
  • Typisch sind starke, zyklusabhängige Schmerzen und ein unerfüllter Kinderwunsch.
     

Was genau passiert im Körper?

  • Die Schleimhaut-Herde: Die versprengten Gewebeinseln (sogenannte Endometrioseherde) siedeln sich meist im Bauchfell, an den Eierstöcken, Eileitern oder im Raum zwischen Gebärmutter und Enddarm an. Selten sind auch Organe wie Blase oder Darm betroffen.
  • Der Zyklus-Effekt: Genau wie die normale Schleimhaut in der Gebärmutter wachsen und bluten auch diese Herde im Rhythmus des weiblichen Monatszyklus.
  • Kein natürlicher Abfluss: Während die normale Regelblutung über die Scheide abfließt, kann das Blut der Endometrioseherde den Körper nicht verlassen. Es verbleibt im Bauchraum und kann dort zu Entzündungen, Zystenbildung („Schokoladenzysten“), Vernarbungen und Verwachsungen führen.
     

Welche Symptome sind typisch?

Die Beschwerden können von Frau zu Frau sehr unterschiedlich sein.

  • Starke Regelschmerzen (Dysmenorrhoe), die oft schon vor der eigentlichen Blutung beginnen.
  • Chronische Unterleibsschmerzen auch außerhalb der Periode.
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie).
  • Schmerzen beim Wasserlassen oder Stuhlgang (vor allem während der Periode).
  • Unerfüllter Kinderwunsch: Endometriose ist eine der häufigsten Ursachen, wenn Frauen nicht schwanger werden (etwa 40–50 % der ungewollt kinderlosen Frauen sind betroffen).
     

Wie wird Endometriose festgestellt?

Heute muss nicht immer direkt operiert werden, um Gewissheit zu erlangen. Der Weg zur Diagnose umfasst:

  1. Ausführliches Gespräch (Anamnese): Erfassung Ihrer Schmerzsymptomatik 
  2. Gynäkologische Untersuchung & Ultraschall: Ein spezialisierter transvaginaler Ultraschall (TVS) liefert heute Hinweise und bildet die Basis der modernen Diagnostik 
  3. Bauchspiegelung (Laparoskopie): Eine kleine Operation ist in bestimmten Fällen weiterhin der Goldstandard, um Herde sicher nachzuweisen und diese bei Bedarf direkt operativ zu entfernen 
     

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Da die Erkrankung chronisch ist, gibt es keine „Blitzheilung“, aber sehr effektive Wege zur Linderung.

  • Hormonelle Therapie: Durch die Gabe von Gestagenen (z. B. der „Minipille“ oder einer Hormonspirale) kann die Aktivität der Herde gebremst und die Periode unterdrückt werden.
  • Schmerztherapie: Gezielter Einsatz von Schmerzmitteln (Analgetika).
  • Operative Entfernung:  Entfernung der Herde im Rahmen einer Bauchspiegelung (insbesondere bei Kinderwunsch oder starken Beschwerden).
  • Ganzheitliche Unterstützung: Begleitende Ansätze wie Physiotherapie, Ernährungsberatung, Akupunktur oder Entspannungsverfahren (z. B. Yoga) haben einen hohen Stellenwert in der modernen Therapie.