Blastozytenkultur

Das deutsche Embryonenschutzgesetz schränkt die Anzahl der Embryonen ein, welche in die Gebärmutterhöhle eingesetzt werden dürfen. Dies können 1, 2 oder 3 Embryonen sein. Die Entscheidung hierfür muss einen Tag nach der Eizellenentnahme erfolgen, im so genannten Vorkern-Stadium (Pronuclei=PN).

Sinn dieser Regelung ist es, dass der Gesetzgeber einer Anhäufung von Embryonen, die nicht verwendet werden, vermeiden möchte.

Ein Vorteil von der verlängerten Kultur bis hin zum Blastozysten Stadium ist nur dann gegeben, wenn viele Eizellen sich haben befruchten lassen.

Sollte dies gegeben sein, so kann es auch von Vorteil sein, mehrere Zellen im Vorkernstadium (zum Beispiel 4 PN) weiter zu kultivieren - hin zur Blastozyste. Die Anzahl der weiter zu kultivierenden Zellen wird individuell für jede Patientin ermittelt. Der Vorteil liegt darin, dass natürlicherweise nicht alle Zellen diese ersten 5 Tage überleben.

Beispiel:

Bei einer Patientin können 10 Eizellen punktiert werden. Im Rahmen der IVF ICSI-Therapie entstehen einen Tag später (Tag P+1) 5 Zellen im PN-Stadium.

Alle Zellen werden weiter kultiviert und erneut einen Tag später (Tag P+2) sind 4 Zellen im Zwei- und Vierzellstadium entstanden. Diese Embryonen werden nun in die verlängerte Kultur verbracht und entwickeln sich einen Tag später (Tag P+3) zu 3 Zellen im Achtzellstadium. Erneut einen Tag später findet man (Tag P+4) 3 Zellen im 16-Zeller bis Beerenstadium (Morulastadium). Häufig findet hier nun die endgültige Selektion statt, sodass sich am Tag P+5 2 Zellen im Beerenstadium bis Bläschenstadium (Blastozyste) befinden und dann auch transferiert werden.

Im Blastozystenstadium unterscheiden wir die frühe von der normalen und expandierten Blastozyste. In letzterem Stadium steht der Embryo kurz vor dem „Schlüpfen“ („hatching“) aus der Eizellhülle. Nach dem Schlüpfen kann sich der Embryo in der Schleimhaut der Gebärmutter einnisten. Vor jedem Embryotransfer werden die Embryonen einer genauen Qualitätskontrolle unterzogen.