Endometriumbiopsie / Scratching

Bei der Endometriumreizung handelt es sich um eine Manipulation mit einem kleinen Katheter an der Gebärmutterschleimhaut. Der Katheter wird durch die Scheide durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutterhöhle eingeführt.

Indikation:

Bei Patientinnen mit erfolgloser Einnistung des Embryos erfolgen viele Untersuchungen zur Abklärung. Die Gebärmutterschleimhaut ist bei der Einnistung ein wesentlicher Faktor. Die bisherigen Untersuchungen zeigten, dass dieses Scratching hilfreich ist. Wir raten nach 2 frustranen Behandlungszyklen (IVF, ICSI) zu dieser Behandlung.

Wirkungsmechanismus:

Dieses Verfahren wird schon seit vielen Jahren weltweit durchgeführt. Folgenden Mechanismus legt man als Erklärung für den hilfreichen Wirkungsmechanismus zugrunde:

1. Im Rahmen der minimalen Wunde, die in der Gebärmutterhöhle an der Schleimhaut entsteht, tritt ein Heilungsprozess ein, der mit einer Verbesserung der Durchblutung und Schleimhautqualität im darauf folgenden Zyklus einhergeht.

2. Im Rahmen dieser Wundheilung kommt es zu einer Aktivierung von bestimmten Genen in der Gebärmutterschleimhaut, die nützlich für die embryonale Einnistung sind.

Vorbereitung:

Im Behandlungszyklus vor der IVF-Therapie oder dem Einsetzen von eingefrorenen Eizellen sollte am circa 21. Zyklustag dieser Eingriff erfolgen. Sie sollten in diesem Zyklus nicht schwanger sein, um Eingriffe, die der Embryonalentwicklung schaden würden, zu vermeiden. Dementsprechend sollten Sie keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr in diesem Zyklus gehabt haben. An diesem Tag sind keine besonderen Vorkehrungen notwendig. Sie können normal gegessen haben.

Ablauf der Untersuchung:

Prinzipiell handelt es sich nicht um eine schmerzhafte Untersuchung. Nichtsdestotrotz kann es beim Einführen des Katheters und bei der Manipulation an der Gebärmutterschleimhaut zu Unwohlsein kommen (kleines Stechen im Unterleib).

Zuerst erfolgt eine Spekulumuntersuchung, um den Gebärmutterhals darzustellen. Die Scheide und der Gebärmutterhals werden desinfiziert. Danach wird ein kleiner Katheter in die Gebärmutterhöhle eingeführt und die Gebärmutterschleimhaut dadurch gereizt.

Nach der Untersuchung kann es zu einer minimalen Blutung kommen. Weitere Einschränkungen für diesen Tag sind nicht zu erwarten. Bei Bedarf können jedoch auch Schmerzmittel wie Paracetamol, Buscopan oder Ibuprofen an diesem Tag eingenommen werden.

Risiken:

Neben den o.g. Schmierblutungen kann es auch zu Infektionen kommen. Die Wahrscheinlichkeit hierfür ist jedoch minimal. Falls jedoch in den darauf folgenden Tagen Fieber, Ausfluss, zunehmende Unterbauchschmerzen oder allgemeines Unwohlsein auftreten, würden wir Sie bitten, sich bei uns zu melden.

Erfolgsraten:

Die bisherigen Untersuchungen, insbesondere sogenannte Meta-Analysen (Zusammenfassung von vielen Studien über mehrere Jahre) zeigen eine Verbesserung der Schwangerschaftsrate um bis zu 10 %.