Samenspende (Donogene Insemination)

Untersuchungen der möglichen Ursachen der Kinderlosigkeit können in seltenen Fällen auch zu dem Ergebnis führen, dass eine vollständige Zeugungsunfähigkeit des Mannes vorliegt. Dann ist es vor allem wichtig, dass Sie sich als Paar mit dieser unerwarteten neuen Situation auseinandersetzen – eventuell mit dem Gefühl der Enttäuschung, der Schuld oder Wertlosigkeit, aber auch mit der Angst vor möglichen Folgen.

Wir stehen Ihnen in diesem Prozess beratend zur Seite, damit Sie Ihre eigene selbstbestimmte Entscheidung treffen können. Ohne individuelle und persönliche Gespräche mit Ihnen ersetzen zu können oder zu wollen, möchten wir Ihnen hier einige, meist nicht erwartete positive Aspekte und Folgen der donogenen Insemination nennen, damit Sie diese in Ihren Entscheidungsprozess mit einbeziehen können.

So zeigen wissenschaftliche Untersuchungen über die Akzeptanz der Methode und den späteren familiären Zusammenhalt ein überraschend positives Bild: Die Zeit der Inseminationsbehandlung wird als spannend und perspektivisch beschrieben. Der Einfluss auf Ehe und Partnerschaft wird als deutlich positiv empfunden. Es kommt statistisch seltener zu Ehescheidungen und die aus der Behandlung entstehenden Kinder werden von beiden Partnern gleich geliebt und akzeptiert. Der Prozentsatz der Paare, die dieselbe Methode wieder wählen würden, ist hoch. Die Frage der späteren Aufklärung der gezeugten Kinder stellt sich mit den gemeinsamen Lebensjahren immer weniger, weil die Kinder einfach als eigene Kinder empfunden werden.

Vaterschaft bedeutet vor allem soziale Vaterschaft. Sie wünschen sich als Partner ein Kind aus der Liebe zu Ihrer Partnerin heraus, Sie wollen die Geburt und das Heranwachsen Ihres Kindes erleben und es mit väterlicher Liebe, Sorge und Verantwortung umgeben. Die so genannte genetische Vaterschaft erscheint dagegen als untergeordnet.
Die juristische Situation ist jedoch derzeit noch unbefriedigend, da noch keine endgültige gesetzliche Regelung vorliegt – auch wenn es generell äußerst selten vorkommt, dass sich die an der donogenen Insemination beteiligten Personen (Ehepaar, Samenspender, Arzt, Kind) juristisch miteinander auseinandersetzen müssen. So bleibt ohne endgültige Rechtslage derzeit etwa noch die Frage nach der Spenderanonymität.

Grundlage der Rechtsprechung in den meisten Fällen ist dagegen jedoch heute schon das Gesetz §1600 BGB (KindRvErbG) vom 09.04.02. Wichtigster Punkt für Sie als sozialer Vater ist hierbei, dass beide Partner alle Rechte und Pflichten aus der Geburt des Kindes erhalten. Das betrifft insbesondere auch das Sorgerecht.

Bei homosexuellen Frauen, die schon lange in einer Partnerschaft leben, verpartnerten Frauen oder auch alleinlebenden Frauen ist die Samenspende in unserer Praxis nicht möglich. Grund hierfür ist die Empfehlung der niedersächsischen Ärztekammer. Gerne können wir Sie beraten oder vorangehende Untersuchungen durchführen. Die eigentliche Insemination kann dann gegebenenfalls in einem anderen Bundesland wie zum Beispiel Berlin erfolgen.